Wie aus „Ich klick mal” ein Blog wurde

KKintsugi. Die Kunst, zerbrochene Keramik mit Gold zu flicken

Dieses Jahr gestalte ich ein Türchen in Saras WordPress Adventskalender. Nicht als Entwicklerin, sondern als Schreibende. Als jemand, die 2020 auf „Erstellen” klickte. Ohne Domain. Ohne Plan. Nur mit Neugier.

Türchen bedeuten auch Rückblick. Und weil ich fünf Jahre lang auf WordPress geschrieben habe, ist dies meine Geschichte.

Neugier

Ich wollte eigentlich nur ausprobieren, wie das geht mit dem Bloggen.

Keine Domain. Wenig Plan. Nur eine Idee und ein Impuls: schreiben, veröffentlichen, schauen, was passiert. 2017 klickte ich auf „Erstellen“.

Mein WordPress Blog war wild bepflanzt, ohne Gießplan. Und voller Neugier. Ich wusste nichts über Plugins, Themes oder Datenschutz. Ich wusste nur: Ich will das selbst machen. Nicht, weil ich Entwicklerin werden wollte. Sondern weil ich verstehen wollte, was ich da baue.

Geblieben bin ich, weil das Schreiben blieb. Und weil ich unterwegs gelernt habe, wo ich fragen kann.

WordPress wurde mein Werkzeug. Nicht perfekt. Aber vertraut. Ein Raum, in dem ich Worte pflanzen konnte und zusehen, was wächst.

Selbstbildung

Irgendwann reichte mir das Drauflosschreiben nicht mehr. Ich wollte wissen, wie meine Seite tickt. Was sie braucht, um nicht auseinanderzufallen, wenn ich ein Plugin installiere.

SEO, Updates, Backups. Ich hab’s nicht alles sofort kapiert. Und längst nicht alles behalten. Aber ich bin geblieben. Mit Support, unbedingt. Ich kann nicht alles googeln und verstehen. Aber immer mit dem Wunsch, es selbst in der Hand zu behalten. Ich wollte mich nicht abhängig machen von Tools, Technik oder jemandem, der das halt kann.

Ich wollte es verstehen. Nicht, weil ich besonders technikaffin bin. Sondern weil Selbstwirksamkeit für mich bedeutet: Ich verstehe, was ich tue.

Ich kann es reparieren, wenn es bricht.
Ich weiß, wen ich fragen kann, wenn ich nicht weiterkomme.

Und ich wollte weiterschreiben. Das war immer der Kern. Die Technik war Mittel. Nie Zweck.

Über die Jahre habe ich gelernt:

• Wie man ein Backup macht und warum es wichtig ist

• Wie man Plugins auswählt und warum weniger mehr ist

• Wie man mit Updates umgeht und warum Geduld hilft

• Wie man Support nutzt ohne die Verantwortung abzugeben

Ich wurde keine Expertin. Aber ich wurde souverän.

Souveränität

Heute muss ich nicht mehr bei jedem Fehler googeln. Ich weiß, wie meine Seite funktioniert und wo sie zickt.

Meistens.

Ich schreibe in meinem eigenen Rhythmus. Ich nutze Technik, ohne in ihr zu verschwinden.

Mein Blog ist kein perfektes System. Er trägt Spuren. Narben. Experimente, die nicht funktionierten. Plugins gelöscht. Themes verworfen. Ab und an geistert ein kaputter Link herum. Und von Spams werde ich auch nicht komplett verschont.

Aber er steht. Und er ist meiner.

Die Japaner haben ein Wort dafür: Kintsugi. Die Kunst, zerbrochene Keramik mit Gold zu flicken. Nicht, um den Bruch zu verstecken. Sondern um ihn sichtbar zu machen. Als Teil der Geschichte.

Meine Schale. Gebrochen. Geflickt. Stabiler denn je.

Im diesjährigen WordPress Adventskalender liegt hinter meinem Türchen kein Tutorial. Keine Tool Liste. Sondern eine Einladung zur Rückschau. Auf das Jahr. Auf Stille. Auf das, was zwischendrin gewachsen ist.

Denn manchmal ist das beste Plugin kein Add-on.

Sondern ein kurzer Spaziergang.

Oder ein leeres Blatt.

Outro

Fünf Jahre WordPress. Kein Epos.

Nur Neugier. Lernen. Durchhalten.

Und das Wissen, dass Souveränität nicht bedeutet, alles zu können.

Für alle, die WordPress nutzen und sich manchmal fragen, ob sie genug verstehen: Saras Adventskalender ist voll mit klugen Menschen und guten Ideen. Mein Türchen öffnet sich mit einer Reflexionsübung in der Natur. Ein Kontrast zum Tech Schwerpunkt. Ein Moment zum Innehalten.

[Saras Kalender]

Manchmal wächst im Blumenkasten mehr, als wir geplant haben.

Und das ist gut so!

Dagmar im Profil, entspannt sitzend im Freien – ein nachdenklicher Blick, als würde sie gerade einem Satz beim Wachsen zusehen.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert