JaRüBli 2025
Dies ist mein 5. Jahresrückblick.
Ein kleines Jubiläum.
Und jedes Mal fühlt es sich beim Schreiben so an, als hätte ich es noch nie gemacht. Achtung: hier gibt es keine Chronologie. Es sind in sich geschlossene Erzählungen in neun Farben. Kommentiert von den drei Stimmen aus meinem Kopf.

Dr. Klang ist leise, weise, manchmal kryptisch, der Denker, der Beobachter, der Poet.
Mephisto zischt, spitz, spöttisch, unbequem, der Kritiker, der Provokateur, der Wahrheitssprecher.
Clara rechnet nüchtern, pragmatisch, klar, die Analytikerin, die Listenliebhaberin, die Faktenfrau.
Gemeinsam begleiten sie mich durch dieses Jahr, manchmal streiten sie, meistens ergänzen sie sich, ehrlich sind sie immer.
Mein Jahr sortiert sich nach:
Ankommen, Loslassen, Weite gewinnen, Schaffen, Leben, Bilanz.
Die Farbe der bewussten Leere. Ein Grün, das Raum schafft, statt ihn zu füllen. Vermittelt die stille Autorität einer Wand, die nichts beweisen muss. Am kraftvollsten dort, wo sie unbesetzt bleibt.

I – Ein Raum wird neu
Dieser Boden war zuerst im Schlafzimmer. Teppich raus, Holz rein und das war erst der Anfang. Dann kam das Wohnzimmer: gleicher Boden, sanfte Ruhe. Jetzt: Runde drei.
Letzte Lieferung, letzter Rest: dieser Eichenboden wird nicht mehr hergestellt, fast ein bisschen sentimental, wenn man draufsteht. Eigentlich sollte nur das Esszimmer renoviert werden, heimlich wollte ich aber das Arbeitszimmer erneuern: neue Farbe, anderes Setup, Holz und Farbe, warm, ruhig und richtig schön. Nicht „funktional“, nicht „okay“, sondern richtig gut.
Mein Mann fand’s ein wenig übertrieben: „Echt jetzt, den ganzen Raum ausräumen?“ Ja, genau deswegen.
Bald war das komplette Arbeitszimmer leer: Tische, Kabel, Schubladenfossilien raus. Fünfzehn Jahre in diesem Haus, und dieser Raum hatte alles gesehen, außer einer klaren Entscheidung. Dann haben wir gründlich ausgemistet. Ich war radikal, weg damit. Am Ende sehr viele Kisten, über die sich der Wertstoffhof freute und der Schredder machte Überstunden.
Der neue Boden macht den Raum: Holz, das warm wirkt, rustikal, ohne zu jodeln, Eiche, aber nicht spießig. Ich laufe anders darauf, leiser, aufrechter vielleicht, und Holz ist jetzt in den wichtigen Räumen. Ein Material mit Geschichte und mit Auslaufdatum.
Dann kam die Farbe. Ich hatte Stiffkey Blue im Kopf: ein dunkles, sattes Blau. Schön, geheimnisvoll, irgendwie edel, very british. Aber mein Mann hat sich geweigert. „Das schluckt das ganze Licht“, sagte er. Ich war kurz beleidigt. Dann habe ich hingeschaut: Der Raum ist im Souterrain, nicht klein, aber kein Lichtfänger. Blau hätte ihn schwer gemacht, massiv und kühl, zu viel Gedankenschwere. Er hatte recht. Wie so oft.
Salbeigrün wurde es, an einer Wand, und wirkt als abstraktes Gemälde. Früher mochte ich kein Grün. In meinem Elternhaus gab es Schwere Eiche und Jägergrün, alles durchwoben vom Geschmack meines Vaters. Grün stand für etwas, das nicht meins war. Vielleicht, weil mein Vater Jäger war.
Dann, viel später: Manor House Grey bei einer Freundin in Frankfurt. Farrow & Ball (exzentrisch, britisch).
Ich war geflasht, wie schön Farben sein können.
Jetzt ein anderer Ton: leiser, klarer. Nicht Vaterfarbe, sondern meins.
Ich wollte selbst streichen, nicht aus Geiz, ich hätte das delegieren können.
Aber ich wollte das Gefühl, es selbst gemacht zu haben. Pinsel, Tropfen, ein paar Flüche.
Das sollte zu mir gehören, zu diesem Raum.
Die Baustelle kam schneller als geplant. Mein Göttergatte war da und seine Witze auch. Und sein Satz: „Das ist doch bloß ein Arbeitszimmer!“ prallte einfach an mir ab.
Bloß? No way.
Ich streiche trotzdem, fleckig, frustrierend, eine Freundin schrieb nur: „Zweiter Anstrich, immer.“ Acht Stunden später war es getan, nicht perfekt, mit organischer Kante: Salbeigrün auf einer Wand, die anderen weiß und frisch, ruhig.
Kein Kompromiss, ein Raum. Bereit.
Als dann die Schränke umgestellt, Akten und Bücher neu sortiert waren, war ich müde und verschwitzt.
Und die Arbeitsoase ist im Flow.
Und die salbeigrüne Wand bleibt leer, ganz bewusst: nicht für ein Bild, nicht für später, sondern als Fläche, die nichts will. Und genau darum stimmt. Farben schaffen Räume, die es architektonisch nicht gibt.
Dr. Klang: „Nicht alles muss voll sein, um zu tragen“.
Mephisto: „Oder du hattest einfach keinen Bock mehr“.
Jetzt sitze ich hier, barfuß, schreibbereit. Der Raum ist neu und doch nicht fremd, wie ich, nur mit besserem Boden.
Einen Boden, den es so nicht mehr gibt.
Im Schlafzimmer wachen inzwischen Franz und Josef: zwei goldene Strauße aus einem Hotelzimmer in Bayreuth.
Mein Mann wollte sie unbedingt, ich brauchte Eisblau dafür.
So verhandeln wir Räume.
Eine Wand reicht.
Wenn sie leer bleiben darf.
Und gemeint ist.
Ein klares, tiefes Türkis der bewussten Loslösung. Die Farbe der Abschiede, die keine Niederlagen sind, sondern Befreiungen. Vermittelt die ruhige Gewissheit, nichts mehr beweisen zu müssen. Spürbar dort, wo Marketing-Zwänge sich in Schreibfreiheit verwandeln und müssen zu dürfen wird.

II – Der Abschied
Es war schon Ende 2024, dass ich wusste: Das mit dem Coaching in der Natur wird nicht tragen. Ich habe es im Rückblick 2024 so formuliert:
„Das Konzept „Coaching in der Natur“ ist total authentisch, aber offenbar zu abstrakt.
Es fehlte die klare Übersetzung in konkrete Lösungen für die Herausforderungen meiner Zielgruppe. Vielleicht fehlt dieses glasklare „WHAT`S IN FOR ME“?
Ich hätte wahrscheinlich, als ich selbst vor vielen Jahren junge Führungskraft war, auch kein Coaching in der Natur gebucht.“
Und dann habe ich trotzdem weitergemacht im ersten Quartal 2025: weiter, ein Blogartikel pro Monat, ich hielt durch mit Disziplin und Struktur. Gute Gewohnheiten, das war der Plan.
Ich habe geschrieben. Viel. Echt viel. „Das Besprechungswesen“, „Gewohnheiten führen“, sauber gebaut, mühselig zu schreiben. Ich habe geschrieben, aber nicht aus Inspiration, sondern weil der Contentplan es so vorsah. Das war Pflicht, keine Leidenschaft. Ich habe mich da durchgequält. Und gespürt: So klinge ich nicht mehr.
Dann gab es diese LinkedIn-Erfolgsschmiede. Ein Trainingsraum. Ich war Teil davon, bevor ich es sein ließ. Da war Hoffnung, auch Sehnsucht, aber weder Echo noch Resonanz.
Anfragen? Zwei.
Gespräche, Angebote, und doch nie ein Abschluss.
Ich bekam kaum Rückmeldungen, kaum Resonanz, irgendwann fehlte mir die Motivation.
Das Coaching brauchte etwas, das ich nicht bin: Hardcore-Vertrieb.
30 Jahre Management, ja. Strategischer Vertrieb, Großprojekte, Teams, Verhandlungen: Das kann ich.
Aber Solo-Sales? Akquise, Pitchen, „Always be closing?“
Ich hätte aktiv verkaufen müssen, Cold Calls, der ganze Sales Funnel Quatsch.
Das ist kein Scheitern.
Ein Mismatch.
Aber ich bin, wer ich bin. Und genau das funktioniert beim Mentoring.
Nicht kommerziell, sondern pro bono. Ich bin Teil der Plattform „MentorMe“ mit viel mehr Mentoren als Mentees, und ich werde gematcht. Immer wieder. Vier Mentees aktuell, mehr möchte ich auch nicht.
Weder Sales noch Pitch. Und mehr noch: Ich verdiene damit kein Geld. Ich bin finanziell unabhängig, das gibt mir Freiheit, aber nimmt auch den Druck.
Beides hat Folgen.
Wenn du nicht verkaufen musst, verlierst du das Verkaufen aus den Augen.
Wenn du nicht erfolgreich sein musst, fragst du dich:
Will ich es überhaupt noch?
Das ist ein Privileg. Aber auch eine Falle.
Mephisto: „Wenn du nichts musst, willst du dann überhaupt noch?“
Dr. Klang: „Dann erst recht. Aber anders“.
Auch beim Mentoring brauchte ich manchmal Druck. Es lief nicht immer perfekt. Eine Mentee hatte nie Zeit. Ich habe mich gelöst, nicht im Streit, aber sie war gekränkt.
Dann ein anderer Versuch: eine Frau wie aus einem anderen Universum. Ich sagte zu, obwohl ich schon spürte, dass da was zwickt. Zwei Welten, zwei Sprachen, wenig Raum dazwischen. Wir haben es beendet, ohne lange zu reden.
Was bleibt?
Kleine Übungen, die ich meinen Mentees mitgebe.
Natur als Anker. Wahrnehmung schulen. Präsenz üben.
Mehr braucht es nicht.
Ich lasse das Natur-Coaching los.
Ich schreibe frei, mit wenig Plan und viel Freude.
Ob ich Autorin bin? Ich schreibe jeden Tag. Zwei fertige Manuskripte. 150.000 Wörter in einem Jahr. Das zählt für mich.
Aber: Kein Verlag, kein gedrucktes Buch, keine ISBN. 2020 Follower auf LinkedIn. Karteileichen. 80 Abonnenten auf Substack: Menschen, die wirklich mitlesen, aber keine Verkaufszahlen.
Mephisto: „Autorin? Mit 80 Abos? Komm.“
Clara: „Fakten: 150.000 Wörter. Das zählt.“
Dr. Klang: „Du bist Autorin, sobald du aufhörst zu fragen.“
Ich bin auf dem Weg. Ich schreibe. Jeden Tag. Der Prozess erfüllt mich. Nächstes Jahr tauche ich womöglich wieder ein: Buchprojekte, Verlage, Businessfragen.
Dann frage ich wieder nach Zielgruppen und Positionierung. Oder ich ignoriere das einfach. Und was ich über das Vermarkten weiß, steht inzwischen in meinen Texten, als Erfahrung, die ich selbst gemacht habe.
Manche Dinge legt man ab.
Und nimmt neue Erfahrungen mit.
Und Dr. Klang murmelt leise:
„Der Text geht nicht weg. Er geht voraus.“
Die Farbe der Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. Ein Grün, das nicht mehr vor dem väterlichen Jägergrün flieht. Vermittelt die Reife einer Stimme, die ihren Platz gefunden hat. Am authentischsten dort, wo Schreiben nicht mehr Strategie, sondern Heimkehr ist.

III – Rezerette
Im März habe ich für mich ein Schreibmanifest formuliert, in mein Tagebuch geklebt als innerer Kompass. Hier zum Nachlesen.
Dann kam Substack ins Spiel. Nein nicht irgendwie, sondern über einen witzigen Zufall: Ich hatte mit meinem „NatUrKraft“ Newsletter an einem Wettbewerb teilgenommen und nicht gewonnen. Erwartbar. Aber ich hab mir natürlich die Siegerin angeschaut und die war auf Substack. Und ich dann auch.
Im April habe ich auf Substack mit Zeit:Insel eine sonntägliche Reihe begonnen: ein fester Rhythmus, etwas Struktur, immer ein Haiku dabei.
Kein Redaktionsplan, Strategie: nur spontane Texte. Ich schreibe, ohne zu wissen, was kommt.
Nicht mehr: „Was soll ich bloß am Sonntag schreiben?“
Mein Leben liefert genug. Ich muss es nur aufgreifen, nicht vorplanen.
Ich bekomme echte Resonanz und mir wird klar: Auch mein Blog soll das tragen. Auch dort mehr Eigentlichkeit.
Rezerette 1.0 konnte das. Schon immer, seit 2020 mein Schreibort, meine Wortwurzel. Jetzt ist sie wieder da: eine Rückbesinnung, kein Mega-Relaunch, von einem Garten&Rezept Blog zu einer Autorinnen Seite. Nur das, was mich trägt.
Erst war da die Anfrage an meine Webdesignerin der ersten Stunde, sie hatte keine Zeit, und kein Nachfassen von mir. Also habe ich’s selbst gemacht: Kadence installiert, Refined runtergeworfen, gebaut, gebastelt und langsam verstanden, wie es funktioniert.
Kein „Jetzt wird alles neu“-Moment, eher ein ruhiges: Dann eben so.
Der Claim kam fast beiläufig: Zwischen Wort & Wurzel.

Er trägt mich seither, zusammen mit dem Dunkelgrün: ein stiller Ton, ein Zuhause, kein Jägergrün, weniger Gewehr, mehr Gespräch. Forest Dark: tiefer als früher, freier, meins.
Mephisto: „Früher bist du vor dem Grün weggerannt. Jetzt legst du dich rein.“
Dr. Klang: „Vielleicht war es nie das Grün. Sondern nur die Uniform drumherum.“
Claudia aus der Schweiz kommt im Winter ins Spiel. Der technische Relaunch ist gebrieft, Umsetzung ab Januar 2026.
Ein Projekt, das sich langsam entfaltet. Rezerette 2.0: Meine Pflanze, die immer schon da war und jetzt ihren neuen Platz findet.

Meine Natur Coaching-Website Zeit:Insel werde ich schließen. Aber die Zeit:Insel lebt weiter, auf Substack: ein Wechsel von der Coaching-Plattform zum Schreibraum.
Manche Dinge gehen nicht verloren.
Sie verändern nur ihre Rolle.
Die Farbe der Horizonte. Ein Blau, das nicht an Wände gehört, sondern in die Weite. Vermittelt die Spannung zwischen Sehnsucht und Erfüllung. Am intensivsten dort, wo es über Wüsten leuchtet oder unter Wellen schwebt.

IV – 93 Tage unterwegs
Ich wollte Dunkelblau an die Wand: Stiffkey Blue, satt und tief, doch mein Mann hatte recht: Es hätte den Raum verschluckt. Also ging das Dunkelblau in die Welt: über Vulkane, unter Wasser, in Wüsten.
Lanzarote – Famara Bucht im Februar
Skifahren geht eh nicht nach Ulfs Knie-OP im Dezember, und ich stakse nur ein wenig auf der Loipe herum mit der Eleganz eines toten Kranichs. Also fliehen wir in einem schneearmen Winter auf die Kanaren.
Wir wohnen wieder im gleichen Ferienhaus mit Blick auf die Famara Bucht. Meer vor meinen Füßen, vulkanschwarze Felsen im Rücken und ein Haus, das schwer zu greifen ist. Von einem rappenden belgischen DJ mit einem schwulen deutschen Designer-Architekten gebaut, klar und reduziert und voller Farbe.
Wir fahren offen im Cabrio herum, wandern über Vulkankrater, kochen selbst und tun nichts. Chillen nennt man das, glaube ich. Lanzarote ist nicht pittoresk, es ist radikal. Blicke sind episch, weit, unverbaut: schwarz, weiß, Holz in dunkelgrün wie Lava, Himmel und Kakteen.
Kein Kompromiss. Genau richtig.
Texel – Nordsee im März
Die Lieblingsinsel meiner Schwägerin. Sie lädt zum Familientreffen ein und wir machen uns auf den langen Weg in den Norden. 1000 km Straße und dann Fähre und endlich die Nordsee. Arschkalt und stahlgrau.
Texel im März ist echt was für Hardcore-Fans.
Wir sind neugierig, wandern am Strand und bestaunen die Weite auf dem Fiets. Ich bleibe Besucherin, nicht Wiederkehrerin, bin mehr Lanzarote als Texel.
Dunkelblau ist hier eine Ahnung, mehr Grau, keine Traurigkeit: nicht jede Reise muss warm sein, die Menschen waren es schon.
Mephisto: „Du wolltest Blau an die Wand. Die Welt hat dir drei Meere gegeben.“
La Réunion – Mai
Diese Insel stand schon ewig auf unserer Liste. Mit eingelösten Meilen und kompliziertem Routing über Istanbul und Mauritius machen wir uns im Mai auf den langen Weg.
Eine Rundfahrt mit drei Stationen. Wir starten auf einer Vanilleplantage, fahren über 500 Kurven mitten in die Berge von Cilaos auf die Îlets. Entdecken Linsenfelder und tiefe Bergschluchten, dann wieder dramatische schwarze Lavastrände.
La Réunion hat einen der aktivsten Vulkane der Welt. Der Piton de la Fournaise bricht jedes Jahr aus, ist aber ein zahmer Feuerberg. Er blubbert nur Lava und zerstört nichts.
Dann kommt unser Haus mit Meerblick. Gehört einer Familie, die es ab und an vermietet und selbst ins Stadtappartement zieht. Unser Zuhause in der Fremde. Ein bunter Sessel auf der Terrasse, Geckos an der Wand, eine graue Katze, die kommt und geht. Sonnenuntergänge in orange und gold. Der Himmel brennt. Selbst drei Tage ohne Wasser bringen uns nicht aus der Fassung.
Und geschrieben habe ich dort viel: einen Reisebericht und ein ABC.
Indonesien – Nord-Sulawesi im August
Tauchen muss mindestens einmal im Jahr sein, warmes Wasser ruft im Spätsommer.
Wir starten in Singapur, dann in vier Stunden im Flieger nach Nord-Sulawesi, eine weitere Stunde mit dem Auto, noch eine halbe Stunde per Boot. Ankunft in schwarzer Dunkelheit. Wir sind endlich da, auf einer ehemaligen marinen Forschungsstation im Herzen des Korallenrings von Südostasien.
Korallen in allen Formen und Farben, hart und weich. Von Korallenbleiche keine Spur. Coral Eye. Ein Tauchresort in Perfektion, ohne Schnickschnack, nur Stille unter Wasser und die Freude der Schwerelosigkeit.
Dunkelblau, das von unten kommt.
Nach einer Woche Resortwechsel mit einem tauchenden Zwischenstopp: Schildkröten gleiten vorbei, langsam und elegant, als hätten sie alle Zeit der Welt. Wir wollen dann noch weiter ins Hochland von Manado. Eher ein Fail. Nicht alles muss besichtigt werden, nicht alles muss schön sein.
Dunkelblau trägt hier anders. Nicht hart wie Himmel, sondern weich wie Wasser.
Oman – Wüste & Wadis im November
Unsere letzte große Reise. Erst nach Mailand zum Flughafen, in sechs Stunden nach Muskat.
Bevor die 4×4 Tour losgeht, fahren wir in die Berge des Jabal Al Akhdar und genießen Luxus auf 2000 Metern.
Wir geben Gas, unsere Offroad-Reise startet. 1800 km Oman. Unsere Allgäuer Freunde stoßen dazu und die anderen Mitreisenden sind auch nett. Gruppenreisen erinnern mich an Überraschungseier, diesmal mit netter Füllung.
Der Toyota Fortuner begleitet zuverlässig durch die Wüste Ramlat al Wahiba: Sand, so weit das Auge reicht, Dünen wie gefrorene Wellen.
„Mehr Luft ablassen“, sagt der Guide.
„Echt noch mehr Luft ablassen? 0,5 Bar, das ist praktisch Felgenfahrt“, murmelte ich skeptisch.
Dann geht’s steil die Dünen hoch.
Wadi Ghul, der Grand Canyon des Omans tief und steil, mit grünen Minioasen versteckt in Ecken. Und dann die kleineren Wadis, durch die man komplett durchfahren kann: Wasser spritzt, Steine knirschen unter den Reifen.
Und Menschen freundlich und offen, dunkelblau der Himmel darüber, satt und endlos.
Dr. Klang murmelt: „Manchmal muss man die Farbe loslassen, um sie zu finden.“
Dunkelblau gehört in die Weite,
über Wüsten, unter Wellen,
an Küsten, die man liebt.
und an Orte, die man nicht wiederholt.
Die Farbe der gereiften Worte. Ein Gold, das sich Zeit nimmt zu werden. Vermittelt die Transformation vom praktischen Gartenblog zur literarischen Stimme. Am leuchtendsten dort, wo Geschichten wie Früchte reifen dürfen.

V – Vom Gartenblog zum Buch
Es begann mit einem Teich. Oder mit einem Rezept über Mirabellen und einem Pinterest-Pin, der mir im Juni und August jedes Jahr 2000 Besucher bescherte. Im September tauchte er wieder in die Unsichtbarkeit.
Rezerette 1.0 war ein Gartenblog, kein Schreibexperiment, sondern ganz praktisch: wie man Rosen pflanzt, die auch Bienen mögen, wie man einen Apfelbaum erzieht, wie man einen schönen Teich anlegt.
Wissen und Handwerk, praktisch verpackt, ein wenig selbstironisch mit der Kategorie Shöna Fehlä, und doppeldeutig mit dem Claim „Was mir mein Garten gibt.“
Aber auch damals schon: ich schrieb nicht nur Anleitungen, sondern essayhaft, fragmentarisch, manchmal mit Haikus, Reduktion und Präzision, Halbsätze mit Biss.
In dem Gartenblog wuchs meine literarische Stimme.
Im Advent 2025 erzählte ich die Geschichte meiner Mädchenkiefer aus Japan: 24 Tage, 24 Fragmente, aus ihrer Perspektive Formung, Trotz, Überleben. Kein Ratgeber, sondern ein Miniaturroman.
Unterwegs mit Worten
Ein Manuskript über mein Denken, Schreiben im Gehen, meine Schreibbiografie, ich habe es von Vanessa lektorieren lassen. Sehr hilfreich, weniger wegen der Fehler, davon gab es nicht viele, sondern wegen des Blicks von außen. Dann ausgedruckt und meinem Mann gezeigt, kein Pitch, nur: „Schau mal.” Sein Feedback: „Ist echt gut.”
Das reichte mir. Ich dachte kurz daran, es einem Verlag zu schicken.

Aber da war schon der nächste Text in Arbeit.
Madelisa
Entstanden aus einem Coachingtext auf LinkedIn über Horrorchefs, nun ein Memoir in 18 Kapiteln, jedes mit eigener Farbe: Teils autobiografisch, getragen von Erfahrung, ergänzt mit viel Fantasie.
Inzwischen bin ich in der vierten Überarbeitungswelle, Vanessa hat es gelesen, andere Menschen auch. Sie machen mir Mut.

Gedruckt wird es 2026, vielleicht nicht im Verlag, aber es wird ein Buch: ein schönes Buch, mein Buch.
Und Unterwegs mit Worten erscheint ab Januar 2026 als Serie auf Substack.
Mephisto: „Du hast aus Teichen Texte gemacht.“
Dr. Klang: „Und aus Pinterest-Pins: Prosa.“
Was ein Buch kostet? Zeit, Mut, Wiederholung, und das Dranbleiben, auch wenn keiner fragt. Aber es trägt auch.
Gold ist nicht Glanz. Sondern: Die Farbe, die zurückblickt und weitergeht und Wert enthält.
Manche Bücher wachsen leise.
Andere lautlos.
Alle wollen geschrieben werden.
Die Farbe der bewussten Akzente und der körperlichen Signale. Ein Rot, das zwischen Gestaltung und Grenze pendelt. Vermittelt die Balance zwischen gewollter Sichtbarkeit und notwendiger Achtsamkeit. Am ehrlichsten dort, wo es Grenzen markiert.

VI – Akzente & Alarme
Karminrot ist eine schöne Farbe. Nicht auf meinem Kopf, nicht im Gesicht, rote Haare niemals, aber als Shirt, Brille, Lippenstift, Website-Header? Ja, das gibt Punch.
Es ist ein Rot mit Rückgrat, kein blutiges Drama. Dunkel genug, um nicht zu schreien, frisch genug zum Beleben.
Auf meiner Coaching-Website war Rot der Akzent, mein Call to Action: ein schicker roter Button, nicht dominant, aber gezielt platziert, wie man das so lernt, wenn man Conversion will.
Ich habe das Rot mitgenommen zu Rezerette 2.0. Dezent als Linkfarbe oder wenn es mal laut werden soll.
In Persönlichkeitstests war ich gelb-rot: freundlich und schnell, kreativ und verbindlich, aber unter Stress ganz klar rot.
Dann bin ich fokussiert und entschieden.
Ich kann das.
Ich kenne das.
On Speed.
Rot ist für mich keine Lieblingsfarbe, sondern Strategie: es markiert, was zählt, und sagt: Jetzt bin ich da.
Und dann ist da noch das andere Rot. Weniger Akzent, mehr Alarm. Mein Körper spricht in Rot, schon länger und er sagt nicht mehr „Bitte“, er blinkt manchmal. Schmerzen, die nicht verschwinden, aber auch nicht quälen.
Gewicht, das bleibt. Meine Waage hat keine rote Anzeige, aber sie könnte. Mein Plan 60 Kilo mit 60 Jahren?
Überambitioniert. Pulverisiert.
Die Apple Watch zählt mit.

Mein Wohlstandsbauch gedeiht langsam und stetig, noch kein Drama, aber da war doch was!
Ach ja – mein Mittelfußknochen, den ich mir im November gebrochen habe. Ich dachte, es sei ein gedehntes Band, und bin damit durch den Oman gefahren. Der Fuß war dick, aber ich konnte laufen.
Im Dezember dann Klarheit: Bruch, aber keine Therapie außer Röntgenkontrolle im Februar.
Ich schone mich beim Gehen, deshalb zwickt nun auch das Knie. Es ist halt immer was.
Rot ist da, ein Grundsummen: das nervt. Und Bewegung: ja, könnte mehr sein. Sollte mehr sein.
Clara kühl und streng: „Dein Körper redet. Nicht ständig. Aber deutlich.”
Karminrrot ist nicht tragisch.
Aber ehrlich.
Es zeigt sich als Erinnerung, noch nicht als Dominanz.
Die Farbe der bleibenden Verbindungen. Ein Gelb, das zwischen Meer und Sonne schimmert. Vermittelt die Wärme der Menschen, die tragen, und die Würde der Abschiede, die sein müssen. Am berührendsten dort, wo Leben geht und dennoch bleibt.

VII – Familie & Freunde
Türkis und Gelb. Farben für Menschen, die bleiben, und für die, die gehen.

Abschied
Die Tante meines Mannes wurde im November in Innsbruck beerdigt, sie wurde 92 Jahre alt. Eine Frau aus Westfalen, die in den 50ern ihren Mann, den Südtiroler, in Monaco kennenlernte und ihm nach Innsbruck folgte.
Wie meine Mutter, nur andersherum: sie kam aus den Niederlanden und lernte 1957 meinen Vater in Tirol kennen, den Öcher. 1960 zog sie zu ihm ins Rheinland.
Zwei Frauen, eine Generation. Beide in die Fremde gegangen, der Liebe wegen. Beide geblieben.
Das Novemberlicht auf dem Inn schimmerte türkisgrün und gold, keine Farben der Trauer, einfach eine würdige Beerdigung im kleinen Kreis. Glanz zwischen den Menschen, Verbindungen, die halten.
Julchen, meine Mutter
Im Oktober 2024 eine Schockdiagnose: wieder Krebs, diesmal in der Leber, eine Folge ihres Brustkrebses von vor mehr als 15 Jahren, mit einer trüben Prognose von eher Monaten als Jahren.
Dieses Jahr haben wir wieder gemeinsame Weihnachten gefeiert, sie ist klar Overperformerin und plant ihren 97. Geburtstag im Februar 2026, lebt jeden Tag, ist einfach da und sagt: „Ich will Hundert werden!“
Ihr Zustand ist stabil, ihre Vergesslichkeit wird schlimmer, Kleinigkeiten vergisst sie manchmal nach 30 Sekunden, sie fragt zehn Mal nach der Uhrzeit, nach dem Wochentag, nach dem, was wir gerade besprochen haben. Aber mich erkennt sie immer.
Aber ihre Berufstätigkeit als Lehrerin?
Nur noch schemenhaft da, am klarsten ihre Berufsanfänge in Amsterdam, ihre lange Zeit in Deutschland liegt im Nebel.
Das Haus, in dem sie über 40 Jahre gelebt hat?
Wohnräume, die sich auflösen.
Ich sehe sie jede Woche, mache ihre Einkäufe, gehe mit ihr zum Arzt, bin ihre Sekretärin. Manchmal nervt sie, oft nerve ich. Ich bin der einzige Mensch, der sie mal in den Allerwertesten tritt.
Mein Mann macht ihr Kaffee: mehr Eierlikör als Kaffee, versteckt unter Sahne, sie trinkt ihn mit Genuss, das ist unser Ritual: Mutter und Tochter, und ein grinsender Schwiegersohn.
Meine Mutter ist eine nüchterne Niederländerin. Drama gibt’s woanders. Alles ist geklärt, nichts ist offen.
Sie ist da mit Eierlikör-Kaffee unter Sahne.
Déjà passé
Und dann bin da ich, die den Namen einer Pflanze genau kennt, ihn aber gerade nicht findet, er liegt mir auf der Zunge, aber er kommt nicht aus dem Mund. Ich greife danach – vergeblich. Es kommt wieder: mal nach einer Minute, mal Stunden später, das nennt man déjà passé.
Und es macht mir Angst.
Ich sehe meine Mutter und frage mich:
Beginnt es so?
Ich will nicht, dass mein Hirn vor mir stirbt.
Dann schreibe ich, meine Worte fließen, stolpern nicht. Mein Kopf ist klar. Ich lache mit Freunden, diskutiere hart, präzise: mein Geist ist da. Ich bin ganz da, auch wenn ich manchmal im Keller stehe und vergessen habe, was ich eigentlich holen wollte.
Mephisto: „Im Keller stehen und nicht mehr wissen, warum. Das ist keine Demenz, das ist Dienstag.“
Freunde
Unsere Walser Freunde. Er eingeboren, sie zugereist wie wir. Wir sehen uns regelmäßig, je nachdem, wer gerade wo in der Welt unterwegs ist. Wir teilen unsere Reiseerlebnisse, spielen zusammen, stehen gemeinsam auf den Skiern.
Unterschiedliche Leben. Eine starke Verbindung in der Sicht aufs Leben.
One life. Live it.
Das Vertrauen ist gewachsen, leise, ohne viele Worte.
Meine Allgäuer Freundin. Wir kennen uns über die Männer und deren Jobs, seit über 20 Jahren. Beide zugereist. Viel gemeinsames Leben geteilt.
Früher sind wir zusammen gejoggt, jetzt sind wir fauler, reden einfach nur über alles oder gehen shoppen. Im November waren wir zusammen im Oman, sieben Tage, in einer größeren Gruppe: vierzehn Menschen, Wüste und Wadis. Schön, ohne Stress, ohne Streit.
Eine leichtfüßige Freundschaft mit Tiefgang, auch nach über zwei Jahrzehnten, kein Drama, ohne Anstrengung, einfach da.
Die alten Freunde sind überall in Deutschland verteilt. Wir kennen uns aus den 80ern und 90ern. Aus dem Studium, unseren ersten Jobs. Sie altern, wir auch. Wir werden alle weniger flexibel, etwas kränker, erzählen die gleichen Geschichten, und unsere Macken werden anstrengender.
Manchmal merke ich: auch meine, das hilft bei der Selbstreflexion, alte Freunde sind da, wir auch, und das reicht mit Schrullen.
Manche Freundschaften sind leicht. Auch auf Reisen, gerade auf Reisen.
Türkis und Gelb.
Leben, das bleibt.
Leben, das geht.
Menschen, die nerven.
Menschen, die halten.
Die Farbe der präzisen Bilanz. Ein Grau, das Zahlen ordnet ohne sie zu überhöhen. Vermittelt die Ironie von 150.000 gezählten Worten, die eigentlich nur fließen wollten. Am authentischsten dort, wo die Managerin loslässt und die Autorin weiter schreibt.

VIII – KPIs
Rosebud zählt mit: 396.602 Wörter, sagt die App, aber sie rechnet vermutlich ihre eigenen Antworten mit. Da sie viel plaudert, sind es eher 70.000 von mir, plus Madelisa, plus Unterwegs mit Worten, plus Substack, plus Blog, plus LinkedIn, ein Rest auf Instagram bis März, plus handgeschriebene Tagebuchseiten, plus zwölf Newsletter. Ich habe nachgerechnet: konservativ geschätzt um die 150.000 Wörter im Jahr 2025.
Dr. Klang seufzt: „Jetzt rechnet sie wieder.“
Hier sind alle Fakten des Jahres 2025.

SCHREIBEN & ONLINE
Rosebud Texte: 70.000. Blog: 35.000. Substack: 15.000. LinkedIn: 15.000. 2 Buchmanuskripte: 15.000. Macht zusammen mehr als 150.000 Wörter. Das sind zwei Romane, gut vierhundert Wörter pro Tag, eine Stunde jeden Tag.
Ich habe nicht ein bisschen geschrieben, ich habe mich durchgeschrieben, nicht aus Disziplin, ist einfach passiert. Die Zahlen beweisen nicht, dass ich fleißig war, sie zeigen, dass ich nicht anders konnte, dass Schreiben keine Gewohnheit mehr ist, sondern mehr wie Atmen, dass ich mich Wort für Wort durchsortiert habe.
Stimme für Stimme, Gedanke für Gedanke.
Newsletter Substack & NatUrKraft
Substack: 80 Abonnenten, 369 Follower, 57 Posts. Öffnungsrate: 38%. Die Zeit:Insel Publikation läuft seit April, das ist kein Druck, das ist Vertrauen.
NatUrKraft, mein “normaler“ Newsletter aus Coachingzeiten: 39 Abonnenten, 65% Öffnungsrate, 7 sind mit zu Substack gewechselt. Vielleicht kommen welche nach, und wenn nicht, auch kein Beinbruch. Substack ist kein Umzugswagen für alte Listen. Aber wer mitkommt: der will wirklich lesen.
Blog Rezerette
2024: 3.116 Besuche
2025: 4.805 Besuche (+54%)
In den ersten vier Monaten habe ich null komma nix geschrieben. Ab Mai: 27 Artikel, 35.000 Wörter, Verweildauer von 0:43 auf 1:07. Die Leute bleiben länger, lesen mehr. Aber die meisten kommen wegen meiner Rezepte, wenn ich ehrlich bin, wegen der Mirabellenmarmelade. 2026 fliegen die raus, dann wird’s erstmal weniger. Vielleicht bleiben ein paar poetische Rezepte, die, die auch Geschichten sind, das ist okay.
Literatur braucht andere Leser als Mirabellengelee.
Website zeitinsel-coaching
2024: 1.441 Besuche
2025: 2.067 Besuche (+43%)
Mehr Besuche, aber weniger Seitenklicks, die Leute kommen, schauen, gehen. Die Seite läuft aus und wird im ersten Quartal 2026 ganz still, denn das Coaching in der Natur ist vorbei.

Das war neben der Website in 2025 mein strategischer Kanal. Anfang des Jahres habe ich noch Kontaktanfragen en masse rausgehauen und konnte so meine Followerzahl über die 2000er Schwelle hieven. Ein Plus von +44%. Aber gebracht hat es mir nichts, wenn ich in Conversion rechne.
35 Posts
25.655 Impressionen
217 Interaktionen
Das sind gut 700 Impressionen pro Post und weniger als 1% an Resonanz, habe ich was vermisst?
Nein. LinkedIn ist für mich kein Zuhause mehr, eher eine alte Adresse, an der manchmal noch Post ankommt.
BEWEGUNG
- Meditation: 271 Einheiten (2024: 311), die Konstante, fast jeden Tag.
- Yoga & Gymnastik: 75 Einheiten (2024: 27). Fast dreimal so viel, aber nur im ersten Quartal, bin dann komplett eingebrochen.
- Schritte: 6.642 pro Tag (2024: 6.570). Quasi gleich.
- Wandern: 145 km (2024: 114). Etwas mehr, denn die Skisaison 24/25 fiel aus. Skitage: 7 (2024: 26). Drastisch weniger.
- Radeln: 309 km (2024: 252). Auch mehr.
- Skifahren: Nach einer Pause im Frühjahr, wieder im Dezember mit 5 Skitagen gestartet mit der Senioren-Saisonkarte.
- Aktivitätskalorien: 487 kcal/Tag (2024: 532). Leicht weniger.
- Joggen: 33 km (2024: 84). Eher nicht existent.
- Krafttraining: 15 Einheiten (2024: 17). Komme noch nicht mal auf 2 Einheiten pro Monat, selbst wenn ich die 93 Reisetage rausrechne.
- Garten: 58,5 Stunden (2024: 80), Reisen im Sommer, der Garten ein wenig sich selbst überlassen, aber er hat es überlebt und mit reicher Ernte belohnt: 180 Quitten und fast 100 Birnen. Von den Äpfel lagern immer noch welche im Keller.

2025 war kein Sport-Jahr?
Quatsch, mehr Yoga, mehr Wandern, mehr Radeln. Dieser Körper hat 150.000 Wörter mitgeschrieben.
Mephisto: „150.000 Wörter. Und du sagst nicht viel?“
Clara: „411 Wörter pro Tag. Konstanz schlägt Genialität.“
Dr. Klang murmelt: „Schreiben wie atmen. Und beide funktionieren besser, wenn man nicht drüber nachdenkt.“
Grau ist nicht grau.
Grau ist nicht klar.
Zahlen steigen und fallen.
Manche bleiben. Und damit kann ich leben.
Die Farbe des Noch-Nicht. Ein Weiß, das sich seinen Weg sucht wie flüssiges Metall. Vermittelt die Gewissheit, dass Zukunft nicht geplant, sondern gelebt werden will. Am kraftvollsten dort, wo 2026 noch ungeschrieben ist und genau deshalb leuchtet.

IX – Ausblick
Nichts ist eindeutig, alles ist Übergang; Pläne gibt es, aber Gewissheit? Keine.

Vielleicht hält in solchen Momenten nur das:
Das Aushalten.
Das Stehen.
Das Bleiben.
Ich habe zum ersten Mal seit Jahren keine Vorsätze, meine inhaltlichen Themen setzen eh einen Rhythmus und eine knackige Agenda. Wenn ich das durchziehe: 48 Veröffentlichungen auf Substack. Madelisa wird im 2. Halbjahr gedruckt.
Und vielleicht schreibe ich jeden Tag ein Haiku.
Mal sehen.
Eine lange Reise von Mitte März bis Mitte Mai setzt einen satten Schwerpunkt.
Darüber hinaus eher vage Ideen als konkrete ToDos und ein paar crazy Bauideen, noch mehr Idee als Plan.
Manche Farben kommen zurück.
Manche bleiben offen.
2026 ist noch nicht gemalt.
Nur bereit.

Dagmar Wienböker
Autorin 30 Jahre Management, heute:
Schreiben über Macht, Sprache, Frauen.
Frauen der Macht (historische Porträts, ab Jan 2026)
Unterwegs mit Worten (Schreibbiografie, ab Jan 2026)
2x monatlich auf Zeit:Insel










